Hakone – Schwarze Eier, Schwefeldämpfe und ein heisses Bad

Heute ging es noch früher los als sonst – um 5:45 Uhr hiess es: raus aus dem Haus, rein in den Bus, denn ich hatte mich für den Tagesausflug nach Hakone angemeldet. Wir waren eine eher kleine Gruppe von 18 Personen, da parallel ein Mt.-Fuji-Trip stattfand, auf den sich viele gestürzt hatten.

Leider schafften es zwei jugendliche Mitstudenten, ganze 45 Minuten zu spät zu kommen – sehr zur „Freude“ aller anderen. Die Tourleitung beschloss trotzdem, auf sie zu warten, und so kämpften wir uns im Anschluss auch noch durch zähen Verkehr. Nach 2,5 Stunden Busfahrt erreichten wir Hakone – nur um festzustellen, dass wir nicht nur die geplante Schiffsfahrt, sondern gleich auch die nächste Abfahrt um wenige Minuten verpasst hatten.

Also hieß es warten. Ich nutzte die Zeit, um in der Ortschaft den Tempel Kofukuin zu besuchen. Leider fand ich keinen Schalter für mein Goshuin-Stempelbuch. Es gab zwar eine Klingel, aber da die Zeit drängte, habe ich sie nicht benutzt. Immerhin: ein kurzer, schöner Spaziergang war es trotzdem.

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Hakone Berge
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Kofukuin Tempel
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Kofukuin Tempel

Danach ging es auf die Schiffstour auf dem Ashi-See wo es durchaus eine schöne Sicht gab.

Dann war es wie in der Schweiz, wir haben eine Seilbahn zum oberen Bereich des Berges (1044m über Meer) genommen. Dort war eine berühmtes Tal, das Owakudani Tal. Es handelt ich dabei um ein aktiven Vulkan, an welchem schwefelhaltige Dämpfe aus dem Boden steigen. In Japan ist dieser Ort vorallem berühmt für seine gekochten schwarzen Eier. Diese werden nämlich in heissen Quellen vor Ort gekocht. Durch die chemische Zusammensetzung der Quellen färbt sich dabei die Schale schwarz. Ist die Schale entfernt, handelt es sich um normale gekochte Eier. Die Volklore sagt, wenn man ein solches Ei isst, verlängert es das Leben um Jahre.

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Owakudani Station mit Blick auf die Schwefelquellen
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Dort gab es auch schwarze Vanille Glace, die ich versucht habe. Geschmacklich war es wie eine ganz normale Vanille Glace .

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Nach dem Besuch mussten wir dann wieder auf genau die selben beiden Mitstudenten warten. Danach sind wir mit dem Bus weiter zu einem riesigen Einkausbereich gefahren, dem Gotemba Premium Outlet. Dies soll die Fläche von 7 normalen japanischen Einkaufsgeschäften haben und diese sind bereits gross. Alternativ konnte man vor Ort auch in ein Onsen, ein traditionelles heisse Quelle Bad, gehen. Da ich keine Lust auf shoppen hatte und mich das Onsen interessierte, bin ich mit etwa 8 Mitstudenten dahin gegangen.
Der Onsen Besuch ist dabei für nicht Japaner durchaus sehr speziell, da es einiges zu beachten gibt. Beim Betreten des Onsen zieht man typischerweise die Schuhe aus und schliesst diese in ein Schuhfach ein. Mit dem Schlüssel geht man zur Theke und gibt diesen ab. Dafür bekommt man eine kleines Armband ähnlich wie bei Schwimmbäder in der Schweiz mit Zeitbegrenzung (Laguna, Alpamare etc.). Man bekommt dort auch eine kleine Tasche mit zwei Handtücker.
Damit ausgestattet geht man zur Umkleide. Von der Umkleide nimmt man nur das kleinere der beiden Handtücher mit. Badehosen sind verboten, also ist man komplett nackt. Das kleine Handtuch ist dabei nicht dafür gedacht den Intimbereich abzudecken. Man läuft also auch komplett nackt herum. Es war interessant zu beobachten, wie die einzelnen Mitstudenten aus unterschiedlichen Länder und Altersgruppen damit umgingen. Mich hatte es nicht gestört, kannte ich so eine Situation vom Militärdienst bereits genug.

Im Badebereich endlich angekommen, geht es nicht direkt in die Becken sondern man wäscht sich mit Seife gründlich ab. Danach stand dem heissen Wasser und mir nichts mehr entgegen. Das Wasser war herlich auch wenn es schon sehr heiss war. Es gab In und Outdoor jeweils ein 38°C heisses und ein 42°C heisses Wasserbecken, eine Sauna und ein 16°C Becken für nach der Saune. So richtig durchgekocht ging es dann zurück zum Bus. Diesmal mussten wir auf eine andere Person warten, da diese beim Shopping das Portemonee verloren hatte.

Um 19 Uhr ging ich dann mit einem Mitstudenten aus Italien der übrigens 4 Jahre älter ist als ich noch in Shibuya etwas zum Abend gegessen. Es gab Menchi-Katsu-Don und Udon. Es war sehr lecker aber für mich viel zu viel. Nach dem Essen ging es dann wieder Richtung Gastfamilie, da es morgen nochmals früh los geht.

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