Heute musste ich wieder früh raus – zum Glück das letzte Mal bis am Freitag –, denn die Schule begann um 8:50 Uhr. In Japan ist heute ein Feiertag, der „Tag des Berges“. Trotzdem war es für uns EF-Studenten ein ganz normaler Schultag. Ähnlich wie in der Schweiz bedeutet das zwar Sonntagsbetrieb, aber da hier eigentlich alle Geschäfte auch am Sonntag lange geöffnet haben, waren die Züge gefüllt und die Straßen voller Menschen – nicht vergleichbar mit der Ruhe, die in der Schweiz an solchen Tagen herrscht.
Am Vormittag war das Wetter leicht regnerisch bei 28 °C. Langsam gewöhne ich mich an die Luftfeuchtigkeit und die Temperatur – es war zwar warm, aber ich hatte nicht das Gefühl, schnell ins Schwitzen zu geraten.
In der Schule standen sechs Lektionen bis 14 Uhr auf dem Programm. Anfangs befürchtete ich, dass wir wieder so schnell mit dem Stoff vorangehen würden, dass wir drei weitere Lektionen im Buch durcharbeiten müssten. Zum Glück stellte sich heraus, dass die Lektionen für viele Übungen und Wiederholungen genutzt werden. Das bedeutet immer noch vier Lektionen pro Woche im Buch, aber wenn meine Rechnung stimmt, schaffen wir es in fünf Wochen statt in drei – und ich habe etwas mehr Zeit zum Lernen. Jedenfalls mussten wir als eine der Aufgaben ein Video von uns selber machen, in welchem wir uns auf japanisch vorstellen.
Nach der Schule wäre wieder eine Aktivität geplant gewesen, aber den entsprechenden Schrein und das Quartier hatte ich bereits vor zwei Jahren besucht. Da es in diesem Moment stärker regnete, blieb ich noch eine Weile im Studentenbereich der EF, um zu lernen, und machte mich dann auf den Weg nach Shinjuku.
Wie bereits in einem früheren Blog erwähnt, hatte eine der japanischen Studentinnen, die wir letzten Mittwoch beim „International Café“ kennengelernt hatten, ein Sushi-Essen mit uns EF-Studenten organisiert. Es gab natürlich sehr leckere „traditionelle“ Sushi-Varianten, aber auch etwas speziellere. Ich hatte zum Beispiel Lachs-Nigiri, die mit Käse übergossen waren – allerdings mit einem sehr milden Käse. Außerdem probierte ich ein Mais-Mayo-Maki. Eigentlich wollte ich es zuerst nicht bestellen, aber die Japanerin meinte, es sei sehr lecker – und tatsächlich hat es mir geschmeckt.
Während des Essens kamen wir EF-Studenten auf das Thema ESC. Einer aus der Runde war ein so großer Fan, dass er sich sogar bedankte, dass wir Basler den Wettbewerb dieses Jahr gehostet haben. Er meinte außerdem, er höre sehr oft das Lied „Made in Switzerland“, das auch ich immer wieder gerne höre. So hatten wir reichlich Gesprächsstoff.
Danach holten wir uns noch einen Bubble Tea und gingen in eine Spielhalle, um an einem dieser Musikautomaten mit den „Buschtrommeln“ zu spielen.
Alles in allem war es ein toller Abend nach japanischer Art. Jetzt freue ich mich auf morgen – da habe ich erst ab 17 Uhr etwas geplant. Ich glaube, ich werde etwas Schlaf nachholen und, falls das Wetter mitspielt, noch ein bisschen durch Tokio streunen.