Gestern habe ich – wie im letzten Eintrag angekündigt – am Kalligraphie-Kurs teilgenommen. Der Start verlief allerdings etwas chaotisch: Eigentlich sollte es um 14:30 Uhr losgehen, doch da am Veranstaltungsort die Klimaanlage ausgefallen war, wurde der Kurs kurzerhand ins EF-Gebäude verlegt und auf 15:00 Uhr verschoben. Am Ende kamen die Lehrer dann aber erst um 15:30, da sie sich im Gebäude verirrt hatten. Für Francesco und mich war das ein wenig ärgerlich, denn so hätten wir fast eine Doppelstunde regulären Unterrichts mitnehmen können. Naja – kann man nicht ändern.
Als es dann endlich losging, wurden Tinte, Pinsel und Papier verteilt. Zunächst übten wir das Hiragana-Zeichen für „wo“ -> を.
Danach durfte sich jeder ein Kanji aussuchen. Ich entschied mich gleich für zwei: 武道 („Budō“ – Kampfkunst). Der Grund? Auf Englisch heißt es „Martial Arts“ – was ich mit Blick auf meinen Namen ziemlich witzig fand.
Zuerst habe ich die Zeichen vom Handy abgezeichnet, musste dann aber feststellen, dass die digitale Version vereinfacht war. Ein Lehrer zeichnete mir die korrekte Version mit Strichreihenfolge vor, und die Unterschiede waren erstaunlich. Nach etwas Übung hatten wir schließlich nur einen einzigen Versuch für die finale Tafel. Ich war mit meinem Ergebnis sehr zufrieden! Sogar Google Translator versteht meine Kanji’s.
武道
Die digitalen Kanji’s
Zum Abschluss bekam jeder ein besonderes Schreibset geschenkt: Statt Tinte nutzt man nur Wasser, dass das Papier dunkel verfärbt und beim Trocknen wieder verschwinden lässt. Damit kann man unendlich oft üben – eine tolle Überraschung! Im Nachhinein war der Kurs die verpassten Unterrichtsstunden auf jeden Fall wert. Dank Marcus, der seine Mitschriften mit mir geteilt hat, konnte ich den Stoff an diesem Abend gleich nachholen.
Heute war dann wieder Projekttag. Thema war unser Zuhause oder unser Wunschhaus. Wir mussten beschreiben, welche Zimmer es gibt, wie sie eingerichtet sind und wo die Möbel stehen. Ich habe dafür eine kleine Grafik verwendet.
Besonders gefreut hat mich die Bewertung: Für meine Präsentation habe ich ein A- erhalten. In der ersten Woche hatte ich zwar noch ein A, doch in der zweiten Woche fiel ich trotz zusätzlichem Lernen auf ein B+ zurück – das war ziemlich frustrierend. Diese Woche stand zunächst sogar nur ein B in der Schull-App, weshalb ich schon mit einer weiteren Enttäuschung gerechnet hatte. Dass es am Ende doch noch ein A- wurde, hat mich sehr erfreut. Im Schweizer Notensystem entspricht das etwa einer 5.5, und über die drei Wochen ergibt sich so ein Gesamtschnitt von A-. Damit bin ich nun wirklich zufrieden.
Nach dem Unterricht fand die wöchentliche Abschiedsfeier statt. Dieses Mal hieß es „Tschüss“ sagen zu Francesco, Marcus und Vincento – alles Leute, mit denen ich in den letzten Wochen viel unternommen habe. Entsprechend war es ein Tag mit gemischten Gefühlen.
Den Rest des Tages verbringe ich gemütlich in Tokio. Bei gefühlten 42°C draußen ist ohnehin kein großes Programm angesagt.