Es ist Samstagmorgen, mein Koffer ist gepackt und ich bin bereit für die zweite Etappe meines Sabbaticals. Bevor es losgeht, möchte ich die letzten zwei Tage noch einmal Revue passieren lassen.
Donnerstag hatte ich zwar erst am späten Nachmittag Schule, war aber schon am Morgen unterwegs. Zuerst kaufte ich meine Shinkansen-Tickets, danach besuchte ich zwei Geschäft darunter einer für Herren-Kimonos und Yukatas. Das Geschäft war recht klein, und leider fand ich keinen Yukata, der mir gefiel. Da für den Nachmittag Regen angesagt war, machte ich es mir nach dem Mittagessen im Schulgebäude gemütlich, wo auch Anna schon wartete.
Aus dem angekündigten Schauer entwickelte sich jedoch ein heftiges Gewitter.
In manchen Teilen Tokios fielen 135 mm Regen in einer Stunde, Züge stellten den Betrieb ein und Juan konnte nicht einmal in die Schule kommen, weil seine Residenz zehn Zentimeter unter Wasser stand. Das zeigte erst richtig, wie extrem das Unwetter war. Der Unterricht fiel mir schwer da meine Motivation immer mehr am Schwinden war. Auf dem Heimweg blieb eine Teilstrecke gesperrt, also aß ich noch in Shibuya und fuhr dann über eine Umleitung nach Hause – überraschenderweise ganz trocken. Zum Glück war unser Stadtteil von Überschwemmungen verschont.
Freitag begann mit einem frühen Schultag. Zwar machte ich überall mit, aber meine Gedanken waren schon beim Abschluss. Trotzdem erhielt ich die Wochenbenotung A, womit ich insgesamt auf A– kam. Mein Lehrer erklärte uns dann, dass er ab nächster Woche eine Beginnerklasse übernimmt und unsere Klasse deshalb mit einer anderen zusammengelegt wird. Für meine Mitschüler war das ein trauriger Moment – für mich dagegen perfektes Timing. Ich war der Einzige, der abschloss, und so feierten wir meinen Abschluss, machten Fotos und tauschten Nummern. Ein schöner, aber auch emotionaler Moment.
Am Nachmittag zog es mich noch einmal nach Akihabara, diesmal in ein größeres Maidcafé ohne „Katzen-Setting“. Dort gab es zweimal eine Tanzshow, die ich sogar offiziell filmen durfte.
Im ersten Café war die Interaktion persönlicher, hier hingegen stand die Show im Mittelpunkt. Beides hatte seinen Reiz. Danach stöberte ich noch nach einer speziellen Anime-Figur und ließ mich durchs Viertel treiben. Ich mag Akihabara sehr, auch wenn ich bisher keinen Kaufrausch entwickelt habe. Vielleicht liegt das daran, dass noch sechs Wochen Reise vor mir liegen und mein Koffer ziemlich voll ist und ich in 3 Wochen nochmals in Tokio bin.
Am Abend packte ich den Großteil meiner Sachen, sodass ich heute nur noch die letzten Dinge einräumen muss. Gegen 11:30 Uhr fahre ich los und werde am Nachmittag in Sendai ankommen. Dort entscheide ich dann spontan, welchen Tagesausflug ich morgen machen werde.