Heute stand ein vollgepacktes Programm an, da ich nur einen vollen Tag in Himeji habe und dennoch ein paar Sehenswürdigkeiten besuchen wollte. Zuerst machte ich mich auf den Weg zur Burg Himeji. Gestern beim Planen hatte ich kurz überlegt, die Burg auszulassen – schließlich war ich vor zwei Jahren schon auf der Burg Osaka, und auf Fotos wirkt der Baustil beider Burgen doch recht ähnlich. Da sie aber auf dem Weg zu meinem zweiten Ziel lag, beschloss ich, so früh wie möglich hinzugehen, um sie noch einzuplanen.
Mein Hotel liegt auf der südlichen Seite des Bahnhofs, die Burg jedoch nördlich, sodass ich sie bisher noch gar nicht gesehen hatte. Als ich dann durch das Bahnhofsgebäude auf die Nordseite trat, hatte ich meinen ersten Wow-Effekt: Schon aus 1,5 km Entfernung erhob sich die Burg eindrucksvoll über der Straße.
An der Burg stellte ich mich zunächst in die normale Schlange ohne Ticket. Dann entdeckte ich jedoch, dass es auch Online-Tickets gab – dort war die Schlange fast leer. Also kaufte ich mir zehn Minuten vor der Öffnung noch schnell ein Ticket übers Handy. Damit ausgestattet war ich unter den Ersten, die das Burggelände betreten konnten, und eilte direkt zur Burg selbst. So gelang es mir, viele Fotos ganz ohne andere Menschen zu machen – etwas, das fünf Minuten später für den restlichen Tag unmöglich gewesen wäre.
Die Burg war zutiefst beeindruckend. Sie ist rund 400 Jahre alt und gilt noch als Original, da sie nie vollständig zerstört und neu aufgebaut wurde, sondern nur renoviert. Die Burg Osaka dagegen ist eine Rekonstruktion mit einem Museum im Turm, was mir damals weniger gefallen hatte, da alles recht beengt wirkte. Die weitgehend leeren Stockwerke der Burg Himeji hingegen ließen die tatsächliche Größe und Weitläufigkeit richtig spürbar werden.
Danach ging es weiter zum Mount Shosha. Dort befindet sich der bekannte Tempel Engyō-ji – berühmt unter anderem, weil hier Filme wie The Last Samurai gedreht wurden. Den Tempel und einige weitere auf dem Hügelkamm erreicht man mit einer Seilbahn. Obwohl der Ort „Mount Shosha“ heißt, kann ich ihn eigentlich kaum guten Gewissens „Berg“ nennen – die Fahrt nach oben dauerte gerade einmal fünf Minuten. Schön war es trotzdem, und bei 29 °C war die kühle Brise sehr willkommen.
Zurück in der Stadt besuchte ich den Koko-en-Garten direkt neben der Burg. Im Frühling muss er überwältigend sein, wenn alle Blumen in voller Blüte stehen. Aber auch jetzt gab es viele wunderschöne Ecken mit kleinen Bächen und Brücken.
Zurück im Hotel habe ich mich noch mit meinem bevorstehenden Aufenthalt in Okinawa beschäftigt, vor allem wegen der Wetterprognose. Dabei ist mir plötzlich aufgefallen, dass mein Flug nach Okinawa im falschen Monat gebucht war: statt im September hatte ich ihn versehentlich für Oktober gebucht. Zum Glück konnte ich die Fehlbuchung sofort korrigieren und bekam noch einen Platz – an dem Tag waren nur noch fünf Sitze frei. Das wäre was gewesen: Hotel, Resort und Rückflug schon bezahlt, und ich stehe am Flughafen und komme gar nicht dorthin. Jetzt habe ich jedenfalls alles drei Mal überprüft, und diesmal sollte wirklich kein Fehler mehr drin sein. Phuh – noch mal Glück gehabt!
Morgen wird es wohl keinen Eintrag geben, da ich wieder einen Reisetag vor mir habe. Meine neue „Homebase“ wird dann Hiroshima sein – dort möchte ich mir ein Stück Geschichte aus der jüngeren Vergangenheit anschauen.








