Heute fällt es mir schwerer als sonst, meine Eindrücke aufzuschreiben. In den letzten Tagen habe ich viele historische Orte besucht – Tempel, Schreine und andere ehrwürdige Stätten. Hiroshima ist anders. Die Stadt selbst wurde im Zweiten Weltkrieg durch die Atombombe vollständig zerstört. Deshalb stand heute ein ernster, aber umso bedeutenderer Besuch auf meinem Plan: der Friedenspark und das Friedensmuseum. Orte, die tief berühren und zum Nachdenken anregen.
Ich werde hier nicht viele Bilder zeigen, denn ich glaube, dass kein Foto die Eindrücke und Stimmungen wiedergeben kann, die entstehen, wenn man wirklich vor Ort ist und sich bewusst macht, wo man gerade steht.
Das Museum selbst vermittelt diese Gefühle noch eindringlicher: die Verzweiflung, Hilflosigkeit und tiefe Trauer, die sich nach dem Einschlag über die Überlebenden und über ganz Japan legten. Mich hat der Besuch sehr bewegt. Nicht wenige Japanerinnen und Japaner hatten Tränen in den Augen. Ich selbst habe im gesamten Museum nur ein einziges Foto gemacht – ein Modell von der Ruine im Friedenspark, einmal vor und einmal nach dem Einschlag. Alles andere wäre mir angesichts der vielen Ausstellungsstücke und erschütternden Bilder pietätlos erschienen.
Umso mehr hat mich schockiert, wie sich einige ausländische Besucher verhalten haben. Während im Museum fast absolute Stille herrschte, durchbrach das ständige „Fotogeräusch“ eines Touristen immer wieder diese Ruhe. Er fotografierte nahezu jedes Exponat und jedes Bild. Das wirkte auf mich extrem respektlos.
Nach dem Museumsbesuch bin ich noch durch den Friedenspark spaziert und schließlich beim Kinder-Friedensdenkmal angekommen, das den verstorbenen Kindern gewidmet ist. Da Montag war, hatten einige Schulklassen Unterrichtsausflüge dorthin. Eine Klasse stand im Halbkreis um das Denkmal, trug etwas vor, sang ein Lied und hängte anschließend zusammengebundene Papierkraniche dort auf. Ein sehr eindrücklicher Moment. Leider liefen auch hier wieder Touristen mitten durch die Zeremonie.
Zurück im Hotel beschäftigen mich die Erlebnisse des Tages immer noch. Es gibt Geschichte, die niemals vergessen werden darf – gerade mit Blick auf die Gegenwart. Hiroshima trägt mit dem Friedenspark und dem Museum einen wichtigen Teil dazu bei. Auch wenn es kein „freudiger“ Tag war, kann ich jedem, der die Möglichkeit hat, nur empfehlen, Hiroshima und den Friedenspark zu besuchen.