Nach dem schweren Tag gestern stand heute wieder ein Hotelwechsel an. Dieses Mal habe ich jedoch nicht den Shinkansen genommen, sondern bin mit einer Fähre nach Matsuyama gefahren. Die Stadt liegt auf der kleinsten der japanischen Hauptinseln. Ich habe bewusst die langsamere Fähre gewählt, da ich zwischen den beiden Hotels ohnehin Zeit überbrücken musste. So konnte ich es so timen, dass ich meine Wartezeit ausschließlich auf der Fähre hatte.
Auch heute meinte es das Wetter gut mit mir: Eigentlich war für Hiroshima den ganzen Tag Regen angesagt, doch ich kam trocken bis zum Schiff. Während der Überfahrt fuhren wir durch den Regen, doch kurz vor Matsuyama hörte er auf – obwohl die Vorhersage weiterhin Regen für den ganzen Tag gemeldet hatte.
Mein Hotel liegt direkt gegenüber einem Park, in dem sich das Matsuyama Castle befindet. Da mein Zimmer im 10. Stock liegt, habe ich eine wunderbare Aussicht über einen Teil der Stadt und auf die Burg. Am Abend entdeckte ich vom Zimmer aus ein Riesenrad. Spontan entschied ich, dorthin zu laufen und eine Runde zu fahren.
Auf dem Weg kam ich am Eingang zum Burgpark vorbei. Neugierig schaute ich nach, wie lange die Burg geöffnet ist, und entschloss mich spontan, den Aufstieg zu wagen. Die Burg ist nämlich abends beleuchtet und bis 21 Uhr zugänglich – nur der Turm selbst ist dann bereits geschlossen.
Die Bilder der Burg bei Dämmerung und Nacht, kombiniert mit der Aussicht über die Stadt, waren fantastisch. Da das Riesenrad ohnehin nicht so hoch liegt, habe ich rückblickend die bessere Entscheidung getroffen. Danach machte ich mich zufrieden auf den Rückweg ins Hotel.