Auf den Spuren von Goshuins

Die Faszination der roten Stempel

Neuste Goshuin Eintäge

Motsuji Tempel

Goshuins Typ: Wird ins Buch geschrieben Saisonal: Nein Preis: 500 Yen Besonderheit: Eintritt 500 Yen...

Entsuin Tempel

Goshuins Typ: Wird ins Buch geschrieben Saisonal: Nein Preis: 500 Yen Besonderheit: –...

Shiogama Schrein

Goshuins Typ: Wird ins Buch geschrieben Saisonal: Nein Preis: 500 Yen Besonderheit: Doppelseitig...

Über das Goshuin

Falls du nicht genau weißt, was ein Goshuin ist: Es handelt sich um kalligrafische Stempel und Schriftzeichen, die du in Tempeln und Schreinen in Japan erhältst – als Erinnerung an deinen Besuch, aber auch als spirituellen Ausdruck deiner Verbindung zum jeweiligen Ort.

Ein Goshuin enthält in der Regel den Namen des Tempels oder Schreins, das Datum deines Besuchs, die charakteristischen roten Siegel sowie oft ein kurzes Gebet oder eine spirituelle Botschaft.

Gesammelt werden diese Einträge in einem sogenannten Goshuin-chō – einem speziellen Falt- oder Heftbuch aus Papier, das dich auf deiner Reise begleitet.

Einige Goshuin werden direkt vor Ort von Mönchen oder Miko (Schreindienerinnen) von Hand mit Pinsel, Tinte und Stempeln in dein Goshuin-chō eingetragen – häufig während du danebenstehst und zuschaust. Andere sind bereits auf dekorativem Papier vorbereitet und werden dir mitgegeben, sodass du sie später selbst einkleben kannst.

Das handschriftlich erstellte Goshuin wird oft als persönliche Verbindung zwischen dir und dem Mönch verstanden, der es anfertigt – ein Moment der gegenseitigen Achtung. Aus diesem Grund gilt es als unangebracht, Goshuin stellvertretend für andere Personen zu sammeln.

Dein Goshuin-chō wird so zu einer chronologischen und spirituellen Aufzeichnung deiner Reise – ein einzigartiges, wachsendes Zeugnis deiner Begegnungen mit Japans heiligen Orten.

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Wo bekommt man ein Goshuin-chō

Goshuin-chōs gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen – die meisten haben kunstvoll gestaltete Stoffeinbände mit traditionellen Mustern, manche sind aus edlem Papier, und einige (wie meines) besitzen sogar einen Einband aus Holz.

Die Wahl eines Goshuin-chō ist mehr als nur eine ästhetische Entscheidung: Sie kann deine persönliche Verbindung zur Reise und zu den Orten, die du besuchst, vertiefen. Es lohnt sich daher, sich ein wenig Zeit zu nehmen, um ein Goshuin-chō zu finden, das dich wirklich anspricht.

Auch wenn du ganz spontan losziehen möchtest: Fast alle Tempel und Schreine, die Goshuins ausstellen, verkaufen in der Regel auch ein bis zwei Varianten direkt vor Ort – meist nahe dem Empfang oder dem Goshuin-Schalter.

Allerdings kann es vorkommen, dass dir die vor Ort angebotenen Designs nicht ganz zusagen. Deshalb empfehle ich, dich möglichst früh auf deiner Reise darüber zu informieren, wo du weitere Goshuin-chōs kaufen kannst – etwa in Schreibwarenläden, Souvenirgeschäften oder spezialisierten Abteilungen in großen Kaufhäusern.

Mein aktuelles Goshuin-chō mit Holz-Einband habe ich übrigens bei Tokyu Hands in Tokyo gefunden – eine tolle Adresse, wenn du etwas Besonderes suchst.

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Nicht das Ziel,
sondern die Begegnung mit dem Ort
macht die Reise bedeutungsvoll.

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Wie du ein Goshuin mit Respekt empfängst

In Japan ist das Goshuin mehr als ein Sammlerobjekt – es ist ein spirituelles Zeichen, das aus einer ehrlichen inneren Haltung heraus empfangen werden sollte.

Bevor du um ein Goshuin bittest, empfiehlt es sich, zuerst den Tempel oder Schrein in Ruhe zu betreten, eine kurze Gebetspause einzulegen oder eine Geste des Respekts zu zeigen – etwa durch eine kleine Verbeugung, das Läuten der Glocke oder das Anzünden eines Räucherstäbchens, je nach Ort.

Erst danach gehst du zum Empfang oder Goshuin-Schalter (oft mit 御朱印 oder „Goshuin“ ausgeschildert) und bittest höflich um ein Goshuin, meist mit einem leichten Nicken oder einem einfachen „Onegai shimasu“ (お願い します).

Wichtig:

  • Sprich nicht laut, besonders nicht in Hallen oder heiligen Bereichen.

  • Öffne dein Goshuin-chō richtig, oft zeigt ein Zettel vor Ort an, wo eingetragen wird.

  • Zahle die kleine Gebühr (meist 300–500 Yen) als Spende – das ist kein Preis, sondern ein Zeichen der Wertschätzung.

Das handgeschriebene Goshuin ist eine persönliche Geste – deshalb ist es nicht üblich, es für andere Personen zu sammeln. Es soll die spirituelle Verbindung zwischen dir, dem Ort und der Person, die es schreibt, widerspiegeln.