Nachdem es gestern Abend so spät geworden war, fühlte ich mich heute Morgen entsprechend müde. Den Vormittag habe ich fast vollständig der Schule gewidmet: zuerst habe ich weiter an meiner Vokabelliste gearbeitet und unterwegs direkt mit dem Lernen der heutigen Vokabeln begonnen. Ich habe noch vor dem Unterricht einen kurzen Abstecher zu dem Hanazono Schrein gemacht, den Hernan mir empfohlen hatte, und mir dort das besonders schön gestaltetes Goshuin geholt.
Mit dem neuen Stempel im Buch machte ich mich zufrieden auf den Weg zur Schule. Dort habe ich während einer Pause über das immersive Digital Art Museum teamLabs Planet nachgelesen und gleich Franchesko und Marcus gefragt, ob sie am Montag Lust hätten, mitzukommen – beide sagten zu.
Der Unterricht selbst war heute nicht besonders spannend – wahrscheinlich lag das auch an meiner eher schwachen Motivation. Im Moment würde ich meine Zeit lieber nutzen, um Tokios Stadtteile weiter zu erkunden, anstatt im Klassenzimmer zu sitzen. Natürlich bleibt nach der Sprachschule noch genügend Zeit, aber der Stoff ist auch nicht ohne.
Interessant finde ich, wie unterschiedlich die Prioritäten meiner Mitschüler sind: Wer länger in Tokio bleibt, steckt deutlich mehr Energie ins Lernen. Studenten, die nur zwei oder drei Wochen hier sind, lassen es entspannter angehen, weil ein kleiner Rückstand bei ihnen kaum ins Gewicht fällt. Für mich wäre das zu riskant – ich möchte unbedingt vermeiden, irgendwann den Anschluss zu verlieren und dann im Unterricht das unangenehme Gefühl zu haben, nicht mitzukommen. Da unsere Klasse jede Woche kleiner wird, steigt der Druck ohnehin, weil jeder automatisch mehr aktiv teilnehmen muss.
Abseits der Schule gehen mir aber auch Gedanken an zuhause durch den Kopf. Vor allem mache ich mir ein wenig Sorgen um meine Katzen. Bei Legolas weiß ich, dass alles kein großes Problem ist. Bei Gwinny ist es etwas spezieller. Meine Nachbarin hat mir berichtet, dass sie aktuell nicht so viel frisst. Ob es an der Hitze liegt, die gerade in Basel herrscht, oder ob sie mich einfach vermisst, ist schwer zu sagen. Ich hoffe sehr, dass sie bald wieder normal frisst.
Morgen muss ich sehr früh raus, deshalb mache ich heute einen etwas kürzeren Abend.