Gestern stand der Ausflug auf die Zamami-Insel östlich von Naha an. Sie ist nur per Fähre erreichbar. Ich hatte am Vorabend noch online Tickets gebucht, da lediglich drei Fähren pro Tag die Insel ansteuern, zwei davon am Vormittag. Leider war die erste Fähre, das Speedboot, bereits ausgebucht, also musste ich die langsamere Fähre um 10 Uhr nehmen. Schon die zweistündige Überfahrt nach Zamami war atemberaubend.
(Da ich im gestrigen Beitrag den Google-Maps-Ausschnitt von Okinawa vergessen habe, hier gleich beide: einer von Okinawa und einer von der Zamami-Insel.)
Da der Zugang zur Insel sehr eingeschränkt ist und es auch nur wenige Hotels gibt, ist sie nicht von Touristen überrannt. Das zeigte sich schon am Hafen: keine Souvenirshops, keine Restaurants, die sich lautstark bemerkbar machten – das hat mich doch überrascht. Mit dem Bus ging es weiter zum Furuzamami-Strand, der für sein klares, blaues Wasser und die Korallenriffe voller Fische bekannt ist. War ich schon von der Schlichtheit des Hafens beeindruckt, ließ mich der Strand vollkommen sprachlos zurück. An diesem riesigen Strand stand nur ein einziges Gebäude, das Snacks, Schnorchelausrüstung, Sonnenschirme und Liegestühle anbot – mehr nicht. Zum Zeitpunkt meiner Ankunft waren höchstens 50 Besucher da, die wohl mit der früheren Fähre gekommen waren. Sie hielten sich fast alle in der Nähe des Gebäudes auf, sodass der größte Teil des Strandes komplett menschenleer war.
Später schätze ich, dass es insgesamt etwa 100 Besucher waren. Doch bei der Größe des Strandes blieb die Atmosphäre trotzdem ruhig und entspannt. Obwohl es schon September ist, hat die Sonne noch enorme Kraft, deshalb gönnte ich mir einen Sonnenschirm mit Liegestuhl und mietete Schnorchel samt Brille. Es war wunderschön, die Korallenriffe und die bunten Fischschwärme zu beobachten.
Die ganze Situation erinnerte mich stark an Isla Contoy in Mexiko: wenige Menschen, kristallklares Wasser und traumhafte Strände. Nur Palmen fehlten – sonst wäre echtes Karibik-Feeling aufgekommen. Da auch für die Rückfahrt nur drei Fähren angeboten wurden, leerte sich der Strand gegen 14 Uhr merklich, als ein Teil der Tagestouristen mit der ersten (langsamen) Fähre abreiste. Zum Glück hatte ich meine Tickets schon am Vorabend gebucht und konnte für die Rückfahrt das Speedboot um 17:20 Uhr nehmen. So konnte ich noch zwei Stunden länger bleiben – baden, schnorcheln, Eis essen und einfach entspannen.
Während der Tag zuvor fast wolkenlos war, sammelten sich nun einige Regenwolken. Das war auf dem Speedboot besonders eindrucksvoll: Wir fuhren von den Schlechtwetterwolken weg, während sie sich über der Inselgruppe sammelten und ihre Ladung entluden.
Zurück in Naha, gönnte ich mir noch ein kleines Abendessen und ging dann ins Hotel. Viel Energie hatte ich nicht mehr – ein bisschen YouTube zur Entspannung, dann war Schluss. Es war ein Tag voller wunderbarer Eindrücke, die mich – ähnlich wie damals Isla Contoy – sicher noch lange begleiten werden.





Tolle Bilder 😍